Unsere "Ponymädchen" oder auch "Helfermännchen" sind ganz besondere Menschen.

Sie verbringen ihre Schulferien oder sogar ihren Jahresurlaub bei uns und stellen 200 % ihrer Arbeitskraft zur Verfügung - ehrenamtlich!

Man könnte meinen "selber schuld", aber ich möchte an dieser Stelle "Danke" sagen!

 

Als ich mit dem Ponyhaus 2010 angefangen habe, wurde mir schnell bewusst, dass es schwierig wird, meine Vorstellungen von artgerechter Haltung, Tierliebe, medizinischer Versorgung und hochwertiger Fütterung mit einem Reitbetrieb zu verbinden, und finanziell davon leben zu können. 

Im Sommer geben wir täglich etliche Reitstunden. Es könnten mehr sein, wenn die Ponys einfach mehr Stunden laufen würden und wenn wir sie den Eltern zum Führen in die Hand drücken würden, anstatt sie selber zu begleiten.


Im Winter sichern wir zu zweit die Versorgung und Pflege. Es könnte einfacher sein, wenn wir die Alten, Kranken und weniger leistungsfähigen Tiere im Herbst zum Schlachter geben würden.

Um vom Hof leben zu können, müssten wir auf medizinische Grundversorgung wie 3 x Wurmkur pro Jahr, Impfschutz für alle, Zusatzfutter für alle, Schmied, Gerd Groon zum Einrenken für alle und Rente für alle,  verzichten.

Würden wir die Preise erhöhen, wären wir nicht mehr konkurrenzfähig.

Wir fahren ein altes Auto, einen alten Hänger, renovieren unser Haus selber - alles was es an Neuerungen auf dem Hof gibt, ist von uns gemacht, nicht beauftragt.

 

In meiner Vorstellung sind die Ponys und die Menschen im Ponyhaus ein Team, gleichberechtigt und gleich wichtig. Wenn das nicht so wäre, gäbe es hier keine guten Ponykumpels für Ihre Kinder. Die Ponys sind unser "Handwerkszeug", und das will gepflegt und gewartet werden und das kostet Zeit und Geld.

Diese Einstellung muss man sich leisten können, oder man hat dieses wunderbare Team, das diese Ansichten teilt und mit trägt.

Durch ihre ehrenamtliche Arbeit helfen die Ponymädchen und Helfermännchen den Lebensstandard für unserer kleine Herde zu halten, mit ihrer Zeit und ihren Nerven und manchmal auch mit ihrer Gesundheit.

Indem wir diese Mitarbeiter reiterlich ausbilden und ihnen die Teilnahme an den Reitabzeichen ermöglichen, möchten wir wenigstens ein bisschen "Wert" zurück geben. Gleichzeitig haben wir dadurch fachlich qualifiziertes Personal, was nicht nur unseren Pferden, sondern auch Ihren Kindern zu Gute kommt.

 

Wenn ich im Winter auf die Weide gehe und meine "Rentnerband" durch das Schneegestöber tobt, dann empfinde ich es als Luxus, dass ich meinen Ponys diese Zeit bieten kann. Eine Woche auf den Malediven würde mich nicht glücklicher machen als dieser Augenblick.

Den Ponymädchen und Helfermännchen sei an dieser Stelle gedankt, ebenso meiner Familie, denn ihr alle tragt dieses "Projekt" mit.

 

Man kann jetzt sagen ich arbeite nicht wirtschaftlich und der Gewinn wäre zu optimieren. Aber was wäre dann um mich? Mitarbeiter die mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel verdienen wollen, Ponys die traurig die Köpfe hängen lassen und ihrem elenden Ende entgegensehen. Kinder die in weißen Reithosen, bewaffnet mit Gerte und Sporen auf die "bockigen Ponys" einprügeln, um mehr Leistung zu erzwingen. Reitlehrer die lautstark im "Namen der Frühförderung" Höchstleistungen von 4-jährigen fordern und ihnen den Spaß am Umgang mit dem Pony rauben.

Das ist nicht meins!

Ich stehe zwischen glücklichen Ponys, die manchmal nicht tun was sie sollen. Ich habe großartige Menschen um mich und lebensfrohe Kinder die ihr Pony lieben. (Auch diese Kinder tun nicht immer was sie sollen :-) )Im Frühjahr sind die Ponys frisch, weil sie im Winter Pause hatten. Sie freuen sich auf die Kinder, weil sie von ihnen nicht gequält, sondern geliebt werden. Sie werfen sie nicht ab, weil sie ausgeglichen und zufrieden sind - jedenfalls meistens. Sie galoppieren über den Strand weil sie Spaß daran haben und sie nehmen die Kinder mit, weil sie sie nicht stören!

 

Es ist gut so wie es ist und es ist so, weil ihr da seid! 

Danke für die vergangenen Jahre, euren Optimismus, eure Loyalität, eure Ehrlichkeit, euer Engagement und den Zusammenhalt - aus der Berufswelt weiß ich, dass diese Werte selten geworden sind.

Sylvia